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Haus des Wissens

Gemeinsam ein Haus des Wissens für alle schaffen!

Die Baustelle des „Haus des Wissens“ nimmt weiter Form an. Das Netzwerk "Stadt für Alle“ begrüßt das Haus als Versuch, die Gestaltung der Innenstadt nicht Investoren zu überlassen, sondern diese Aufgabe als Kommune selbst in die Hand zu nehmen. Aus seiner Sicht ist das Haus des Wissens eine sinnvolle Unternehmung trotz der bekannten Kostensteigerung und Bauverzögerung.

Das Haus des Wissens soll der Stadtbibliothek, der VHS, einer Markthalle und dem Verbund UniverCity ein neues Zuhause geben. UniverCity steht laut Projektwebpage „für eine offene Innovations- und Transferkultur in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft – ganz im Sinne einer wissensbasierten Stadtentwicklung.“ Leider ist auf univercity.de nichts über die Aktivitäten des Verbundes aus den Universitäten Bochums, der Stadtverwaltung und der IHK zu entnehmen. Aktiver ist der Verbund auf Instagram, aber wie das mit der wissensbasierten Stadtentwicklung vorangebracht wird, bleibt auch dort offen.

Wissensbasierung ist dennoch ein gutes Stichwort für das bereits mehrfach ausgezeichnete Haus des Wissens. In der Vision zum Haus des Wissens heißt es: Es „sollen und wollen sich alle Beteiligten mit Ideen, Konzepten und Angeboten einbringen.“ Stadt für Alle vermisst konkrete Konzepte und Taten, wie diese Beteiligung funktionieren soll. Und wer ist mit Beteiligte gemeint? Bürger*innen, lokale Initiativen, die Zivilgesellschaft gehören offenkundig nicht dazu. Bislang wurde es ebenfalls versäumt, die Bürger*innenschaft einzubinden und entsprechende Dialogformate zu etablieren. So baut die Stadt Bochum ein Haus des Wissens, das gemeinwohlorientiert für alle sein soll, geplant und konzipiert wird jedoch hinter den Fassaden der Stadtverwaltung. Hier klafft eine Lücke zwischen den Hochglanzbroschüren und der Wirklichkeit.

Stadt für Alle möchten der Stadt Bochum seiner Unterstützung versichern, falls die Verwaltung und die anderen beteiligten Akteure sich auf den Weg machen wollen, Wissensformen und Stimmen zu berücksichtigen, die bislang nicht repräsentiert sind. Hierfür braucht es nicht nur den Mut für eine stadtentwicklerische Investition in Steine, sondern für ein stadtentwicklerisches Beteiligungsprojekt, das lokale Demokratie von unten nachhaltig stärkt und fördert. 


Dazu gibt es hier:

Fragen des Netzwerks "Stadt für Alle" 2021 (PDF)

Stellungnahme des Netzwerks "Stadt für Alle" zur Kostenexplosion 7/2022 (PDF)